Lausbichl:
Zur höchsten Stelle der Älpele-Hochalm
Die südlich des Tannheimertals gelegenen östlichen Ausläufer der Allgäuer Alpen (Abb. 1) sind ein wundervolles Wandergebiet. Für alle Schwierigkeitsgrade (blau, rot und schwarz) gibt es zahlreiche Touren. Der nachfolgende Wandertipp führt vom Parkplatz West (1.097 m) der größten Gemeinde im Tannheimertal hauptsächlich über den Alten Almweg durch das waldreiche Älpelebachtal (Abb. 2), ein Seitental des Tannheimertals, zur in den Sommermonaten bewirtschafteten Älpele-Hochalm (1.526 m) und von dort zur höchsten Stelle des Almgebietes, auf den Lausbichl (ca. 1.695 m). Den Namen der westlich der Hütte stehenden steilen Erhebung, die auch auf keinem Plan verzeichnet ist, kennen nur Einheimische. Zum Abstieg von der Hütte nutzen wir eine Forststraße, die im oberen Teil wunderbare Panoramablicke bietet.
Ausgangspunkt unserer Wanderung ist der großflächige und gebührenpflichtige Parkplatz im Westen von Tannheim, ziemlich genau auf Höhe des nördlich des Tannheimertals gelegenen Einsteins (1.866 m, Abb. 3), eines der markantesten Felsgipfel der Region. Wir wechseln vom Parkplatz durch einen Durchgang zum südlich in Ost-West-Richtung verlaufenden Weg, in den wir rechts einbiegen. Entlang des Tannheimer Ortsteils Kienzen wandern wir zu Beginn unserer Tour Richtung Westen (Abb. 4), südwestlich von uns ist bereits hier einer der die Hochalm begrenzenden Berge, die Rohnenspitze (1.990 m), zu sehen. Zunächst ganz eben, beginnt der breite Weg im zweiten Teil minimal anzusteigen. Nach etwa 10 Minuten geht es ganz kurz auf einer asphaltierten Ortsstraße weiter. Dann kommen wir zu einer Wegteilung, bei der wir uns links halten. Auf der hier startenden Forststraße geht es ins Waldgelände und wenige Schritte nach einer Linkskurve zweigt rechts von der Forststraße der Alte Almweg ab, den wir größtenteils zum Aufstieg verwenden werden.
Im ersten Abschnitt führt der breite, markierte Weg Richtung Südwesten recht steil – immer wieder über Lichtungen – ins Älpelebachtal, wobei das Rauschen des rechts von uns fließenden Gewässers gut zu hören ist. Dann eine Zeit lang nur leicht ansteigend, folgt wieder eine steilere und steinige Passage (Abb. 5). Über Wiesenböden (Abb. 6) dazwischen etwas flacher, wird der Weg für längere Zeit um einiges steiler und steiniger. Rund 30–35 Minuten nach der Abzweigung von der Forststraße mündet der Alte Almweg wieder in diese. Beim Blick Richtung Norden (Abb. 7) sehen wir talauswärts den Felsgipfel des Einsteins. Wir bleiben nun etwa 10 Minuten auf der Forststraße (Abb. 8), die sich über erstes Almgelände einer bewaldeten Steilstufe nähert. Während die Forststraße hier etwas weiter ausholt, um an Höhe zu gewinnen, biegen wir in der nächsten Linkskurve rechts auf einen Steig ab. Dieser führt steil und steinig die mit kleinen Lichtungen durchsetzten Waldhänge aufwärts. Anschließend queren wir kurz hintereinander zweimal die Forststraße, wobei das Gelände nicht mehr ganz so steil ist. Noch wenige Minuten aufwärts, dann öffnet sich der Blick zu einem großen, auf einem Hügel stehenden Kreuz (Abb. 9), zu dem wir nach einer weiteren Querung der Forststraße hinaufsteigen. Von der neben dem Kreuz stehenden Rastbank (Abb. 10) blicken wir Richtung Nordosten (Abb. 11) zum tief unter uns liegenden Tannheimertal. Richtung Südwesten (Abb. 12) sehen wir hinter der nur ein paar Meter entfernten Älpele-Hütte, bei der man unbedingt Station machen sollte, fast die gesamte Hochalm mit der höchsten Erhebung, zu der wir noch weiter wandern werden, und dahinter den arenaförmigen Talschluss mit zahlreichen Gipfeln.
Mit wenigen Schritten geht es zuerst leicht abwärts zur Hütte (Abb. 13). Für den Aufstieg hierher über den Alten Almweg und den steilen, steinigen Steig benötigt man etwa 1½–1¾ Stunden, in denen wir knapp 450 Hm bewältigt haben. Um den eindrucksvollen Landschaftscharakter der Hochalm in vollen Zügen genießen zu können, raten wir, zwischen der Rohnenspitze (Abb. 14) rechts von uns und dem Schnurschrofen (1.900 m, Abb. 15) links von uns weiter Richtung Westen zu wandern. Dazu benützen wir den nicht allzu steil ansteigenden, breiten Almweg, von dem knapp 5 Minuten nach der Hütte links ein parallel verlaufender Steig abzweigt, wobei sich die beiden Wegvarianten nach kurzer Zeit wieder treffen. Auf einer kleinen, flachen Wiese angekommen, baut sich unser Gipfelziel (Abb. 16) halblinks von uns auf. Der Almweg geht hier nun in einen immer wieder recht steinigen und steilen Steig über, der links entlang der Südhänge des Lausbichls kontinuierlich aufwärtsführt. Nach ungefähr 30–35 Minuten von der Älpele-Hütte gelangen wir zu einer Wegteilung (Abb. 17), die wir vom Ausgangspunkt nach ca. 2,0–2¼ Stunden erreichen. Dort halten wir uns rechts. Nach wenigen Schritten öffnet sich der phantastische Blick zum Talschluss (Abb. 18).
Konditionsstarken, trittsicheren Bergwanderern empfehlen wir den Aufstieg halbrechts (Abb. 19) zwischen dem Zererköpfle (1.946 m) direkt vor uns und der Rohnenspitze zum Köllesattel (1.825 m) und weiter auf das Zirleseck (1.872 m). Über den lange Zeit hangquerenden, steilen Steig benötigt man hin und retour ca. 1½–1¾ Stunden. Östlich von uns thront das Gaishorn (2.247 m, Abb. 20), der höchste Gipfel in der Umgebung. Wer zum Gipfel des Lausbichl aufsteigen will, wendet sich rechts zur neben uns stehenden Erhebung und geht weglos über sehr steile Wiesenhänge zu dessen Westseite und dann gerade hinauf. Oben erwartet die Gipfelstürmer ein toller Rundblick, vor allem die Blicke Richtung Norden (Abb. 21), die Älpele-Hochalm abwärts und talauswärts zu den Bergen des Tannheimertals, werden begeistern. Für Auf- und Abstieg benötigt man maximal 10–15 Minuten.
Wieder zur Wegteilung zurückgekehrt, geht es jetzt auf dem Aufstiegssteig in ca. 20–25 Minuten abwärts zur Älpele-Hütte (Abb. 22). Von dieser wandern wir ausschließlich auf der Forststraße hinunter ins Tannheimertal, das man nach rund 50–55 Minuten erreicht. Speziell im oberen Teil genießt man regelmäßig traumhafte Ausblicke talauswärts (Abb. 23). Bei einem kurzen Wegabschnitt nach einer Serpentine sieht man nochmals sehr schön zur Rohnenspitze (Abb. 24). Unten im Tal angekommen, wandern wir noch knapp 10 Minuten Richtung Osten (Abb. 25) zum Parkplatz im Westen von Tannheim. Für den gesamten Abstieg vom Lausbichl nach Tannheim benötigt man ca. 1½–1¾ Stunden.
Geogr. Länge/Breite: 10°30'28''/47°29'56''
Rechtswert (UTM): 613557 m (Zone: 32 N)
Hochwert (UTM): 5261713 m (Zone: 32 N)
